21.01.2026
PRESSEMITTEILUNG! Schwerkranke Tiere werden systematisch entsorgt – Lügen bei der Abgabe sind Alltag
Das Tierheim Stuttgart steht vor einer erschütternden Realität: Immer häufiger werden uns Tiere übergeben oder ausgesetzt, die seit Jahren schwer krank sind, keinerlei medizinische Versorgung erhalten haben und offensichtlich massiv vernachlässigt wurden. Dennoch werden sie bei der Abgabe regelmäßig als „gesund“ bezeichnet. Unsere Mitarbeitenden werden dabei nicht selten bewusst belogen – mit fatalen Folgen für die Tiere.
Was wir erleben, ist kein Versehen und kein Einzelfall mehr. Es ist ein Muster.
Besonders schockierend ist die Gleichgültigkeit, mit der Verantwortung abgelegt wird. Aussagen wie „Ich war nie beim Tierarzt“ werden uns offen und teilweise sogar selbstzufrieden präsentiert. Für die Halter offenbar akzeptabel – für die Tiere bedeutet das jahrelanges, stilles Leiden. Für das Tierheim Stuttgart bedeutet es einen Wettlauf gegen die Zeit, den wir viel zu oft verlieren.
Drei aktuelle Fälle – stellvertretend für viele weitere:
Fund Hund Giszmo
Der Hund wurde als angebliches Fund Tier bei uns abgegeben. Sehr schnell zeigte sich: Dieses Tier war seit langer Zeit schwer krank. Trotz intensiver medizinischer Betreuung lebte er nur noch wenige Wochen. Sein Tod war kein Schicksal – er war die direkte Folge jahrelanger Vernachlässigung.
Übergabe Hund Jonny
Dieser Hund wurde offiziell übergeben, sein Gesundheitszustand dabei massiv verharmlost. Erst bei uns wurde das volle Ausmaß sichtbar. Derzeit läuft noch die umfassende tierärztliche Diagnostik, der Ausgang ist ungewiss. Sicher ist nur eines: Frühzeitige tierärztliche Hilfe hätte Leid und möglicherweise einen lebensbedrohlichen Zustand verhindern können.
Übergabe Katze Pascha
Der Kater wurde in einem Zustand zu uns gebracht, der selbst erfahrene Mitarbeitende sprachlos machte. Zwei Tage nach der Übergabe musste er aufgrund seines extremen Leidens eingeschläfert werden. Er steht sinnbildlich für das stille Sterben unzähliger Tiere hinter verschlossenen Wohnungstüren. Auch hier wurde der wahre Gesundheitszustand bewusst verschwiegen.
Diese Tiere sind keine tragischen Ausnahmen. Sie sind das Ergebnis von jahrelangem Wegsehen, fehlender Verantwortung und bewusster Verdrängung. Tierheime werden zunehmend als letzte „Entsorgungsstation“ missbraucht – für Tiere, deren Leid längst hätte beendet oder verhindert werden müssen.
Wir stellen unmissverständlich klar:
Ein Tierheim ist kein Reparaturbetrieb für jahrelange Vernachlässigung.
Und es ist keine moralische Waschmaschine, um sich im letzten Moment von Verantwortung reinzuwaschen.
Die immensen Kosten, die intensive medizinische Versorgung und die emotionale Belastung für unsere Mitarbeitenden bleiben fast immer am Tierheim hängen. Die ehemaligen Halter entziehen sich ihrer Verantwortung – rechtlich wie moralisch.
Wer ein Tier hält, übernimmt Verantwortung. Nicht irgendwann. Nicht nur solange es bequem ist. Sondern ein Leben lang. Dazu gehört zwingend die medizinische Versorgung. Wer dazu nicht bereit oder in der Lage ist, darf kein Tier halten.
Das Tierheim Stuttgart arbeitet seit Jahren am absoluten Limit. Unsere Mitarbeitenden kämpfen täglich um Leben, die längst hätten geschützt werden müssen. Doch wir können keine Wunder vollbringen. Wir können kein jahrelanges Leiden rückgängig machen.
Und jede Lüge bei einer Abgabe kostet Zeit.
Zeit, die diese Tiere nicht mehr haben.
Wir fordern Ehrlichkeit. Wir fordern Verantwortungsbewusstsein. Und wir fordern ein gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit Tieren.
Wegsehen, Verdrängen und Abwälzen auf Tierheime dürfen nicht länger akzeptiert werden.
Rückfragen:
Petra Veiel: presse@stuttgart-tierheim.de





Petra Veiel, unsere Pressesprecherin, ist zuständig für alle Anfragen zu Medien, Dreharbeiten und Kooperationen. Bitte schreiben Sie als erste Kontaktaufnahme eine E-Mail:





